Samstag, 16. Juni 2018

VON BETHLEHEM NACH NAZARETH IN DEN SURFER-TEMPEL

Hallo ihr Lieben,

die letzte Nacht habe ich nicht im Prinzessinnen-Zimmer verbracht, sondern eher in einem Schuhkarton im Stadtteil Belem (dt. Bethlehem) von Lissabon, wo das WLan nur unter der Dusche funktionierte. Daher habe ich kurzerhand dort mein Kommunikations-Büro eingerichtet:-)
Heute stand eine fast biblische Reise auf dem Programm. Denn es ging von Belem nach Nazaré (dt. Nazareth) entlang der Westküste Portugals. Erster Stopp war das mittelalterliche, autofreie Dörfchen Obidos, das für seinen Sauerkirschlikör bekannt ist. Jana und Jiri aus der Gruppe haben eine Runde ausgegeben. Wir haben den Likör aus Schokobecherchen genossen und er schmeckte wie Mon Chéri! Die Bauern können übrigens hier aufgrund des milden Klimas mehrere Obst- und Gemüseernten im Jahr einfahren.
Danach besuchen wir einen Surferstrand in der Nähe von Peniche, wo es geniale Bodyboard Wellen gab, aber kein Mensch am Strand war. Sandra und ich haben uns gleich ein paar Jungs als Statisten zum Fotografieren gesucht, die happy über die Abwechslung waren.
Die Mittagspause verbrachten wir gemeinsam mit Petra und Günter in Nazaré. Eine Einheimische hat uns den Fisch bei Raimundo empfohlen. Also haben wir uns auf die Suche durch das Gassenlabyrinth gemacht und wurden fündig: drei selbst gezimmerte Tische sollten uns schließlich ein unvergessliches Mahl bescheren. Raimundo zeigte uns seinen Tagesfang und die bestellten Sardinen wurden von Oma und Tochter direkt vor unseren Augen gegrillt! 
Ich dachte schon, dass meine Tageshöhepunkte bereits vorbei waren, aber weit gefehlt: Denn ich musste hier noch unbedingt die heiligen Hallen der Bodyboard- und Surfweltmeister besuchen, wo sie jeden Herbst bis zu 30 Meter hohe Monsterwellen reiten. Die Zeit war sehr knapp, aber ich habe mich auf eigene Faust auf den Weg gemacht. Ich konnte einfach nicht anders, ich war am Ziel meiner Träume angekommen, am Altar meiner Surfer-Götter und hatte eine Dauergänsehaut! Wahrscheinlich hieß der erste Surfer-Gott Jesus von Nazaré:-). Ausgerechnet mit Hilfe von zwei Israelis bin ich dann ganz biblisch zurück per Anhalter zum Bus gefahren und war überglücklich und pünktlich bei meiner Reisegruppe wieder zurück. Dieses Erlebnis werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Danke Universum!
Der Rest des Tages verbrachten wir im Bus sowie in dem portugiesischen Venedig, nämlich Aveiro. Das Städtchen liegt ganz idyllisch inmitten von Salzwasser-Lagunen. Von hier aus werden sogar Algen das Japan fürs Sushi exportiert und gondelähnliche Boote gibt es auch - jaja, wieder eine kleine Anleihe aus dem Ausland, die für Portugal so typisch ist:-)
Jetzt lasse ich erfüllt den Tag auf mich wirken und schicke euch einen Surfergruß,

eure Maggie



















Freitag, 15. Juni 2018

LISSABON A LA CARTE: PFEFFERKLOSTER, FISCHBÄLLCHEN & ZUCKERHUT

Hallo ihr Lieben

die letzte Nacht war kurz und laut, weil in der Bar Musik gespielt wurde. Noch im Halbschlaf haben wir uns auf den dreieinhalb stündigen Weg nach Lissabon aufgemacht. Zuvor haben Sandra und ich noch einen aufgebrachten französischen Opa am Frühstückstisch gezähmt, der einfach sauer war, dass er eine Woche Urlaub am A… der Welt gebucht hatte. Ich meinte, er soll doch einfach happy sein, dass er heute mit zwei jüngeren Damen frühstücken kann. Und er bedankte sich schließlich mit einem formvollendeten Handkuss. Geht doch:-)
Erste Station in Lissabon war das so genannte Pfefferkloster (UNESCO Weltkulturerbe), weil es im 16. Jahrhundert durch die Erschließung der Seewege über den Gewürzhandel mit Indien finanziert wurde. Unter dem azurblauen Himmel sprang uns der zweigeschossige, manuelinische Kreuzgang (eine Besonderheit) förmlich an. Was wäre das für eine Kulisse für Festspiele! Danach sind Sandra und ich in eine Bar geflohen, um die vielen Infos zu verdauen. Bei einem spritzigen Weißwein, Brot, Oliven und den traditionellen Fischbällchen vom Bacalhau (Stockfisch) haben wir Kräfte für das Seefahrerdenkmal, die portugiesische Variante der Golden Gate Bridge sowie der Cable Cars gesammelt. Nicht nur die Brücke des 25. April - der Name geht auf die Nelkenrevolution zurück - und die berühmte Tram der Linie 28, die durch enge Gassen hochklettert, erinnert an San Francisco, sondern auch der frische Wind, der hier um die Häuser pfeift. Der ist allerdings hier wärmer als in der amerikanischen Metropole.
Aber es gibt auch künstlerische Anleihen aus Brasilien hier. Eine überdimensionale Christusfigur, die dem Namensvetter in Rio gewidmet ist. Seinen Segen und Beistand werden die Portugiesen heute brauchen, denn sie treten gegen Spanien bei der Fußball WM in Russland an. Auf dem Weg ins Hotel kommen wir deswegen in den Stau, weil sich allmählich hier die Fan-Meilen füllen. Ich schaue mir jetzt auch das Ende es Spiels „Ronaldo gegen Spanien“ an:-)

Eure Maggie


















Donnerstag, 14. Juni 2018

VON KORKSCHUHEN, STÖRCHEN & BRATWÜRSTEN

Hallo ihr Lieben,


heute morgen wusste ich tatsächlich nicht, wo ich aufwache. Es hat ein paar Minuten gedauert bis ich mich orientiert habe, dass ich gerade in einem Prinzessinnen-Zimmer in Portugal liege...Mit einer Gruppe von 27 Personen haben wir dann die West-Algarve abgegrast. Angefangen haben wir in Silves, der ehemaligen Hauptstadt der Mauren. Hier haben mich weniger die imposante Burganlage als vielmehr die Korkwaren interessiert, nämlich Stiefel, Taschen und Turnschuhe. Das Material ist wasserdicht und wird erst seit wenigen Jahren auf diese Weise verarbeitet. Der Nationalbaum der Portugiesen ist ja die Korkeiche, deren Rinde nur alle 9 Jahre abgeschält wird. Ich habe unseren Reiseleiter gefragt, ob es auch Regenschirme aus Kork gibt, aber das scheint noch eine echte Marktlücke zu sein:-)
In Lagos, der Wiege der Seefahrer wie z.B. von Vasco da Gama, der das Kap der guten Hoffnung in Südafrika entdeckt hatte. Hier hatten wir etwas freie Zeit, die ich mit Sandra aus Würzburg verbracht habe. Schlendern und Schlemmen war unser Motto, typisch portugiesische Tapas haben wir ausgerechnet beim Inder bekommen:-)
Was unterwegs im Bus faszinierend ist, sind die Licht- und Farbenspiele, die je nach Tageszeit wechseln. Die Städtchen und Küstenabschnitte wirken wie gemalt und daher gelegentlich surreal. Dazwischen sehen wir immer wieder Storchennester, denn in Portugal ist die größte Storchenkolonie Europas zuhause. 
Der südlichste Punkt Europas befindet sich übrigens am Kap São Vicente. Hier weht ein rauer Wind und die steilen Küstenabschnitte erinnern an Rosamunde Pilchers Schmonzetten in England. Meine Mama wäre begeistert! Zwei Deutsche haben hier übrigens eine wahre Goldgrube vor gut 20 Jahren eröffnet und verkaufen die letzte Bratwurst vor Amerika inklusive Zertifikat. Von da an ging es in das kleine Dörfchen Sagres, wo eine weitere Immigrantin mit Souvenirs erfolgreich ist: Elke aus der Schweiz, hier mit Sandra im Bild. Alles in allem war es ein langer und erlebnisreicher Tag. Jetzt gehe ich duschen und was futtern, bis morgen,

Eure Maggie















Mittwoch, 13. Juni 2018

WILLKOMMEN IM PARADIES

Hallo ihr Lieben,

das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, denn um 8 Uhr Ortszeit (hier ist es eine Stunde früher als bei uns) bin ich bereits in Faro gelandet. Erste Überraschung an Bord: Meine Physiotherapeutin Dani mit einer Freundin, die mir schon mehrfach Portugal ans Herz gelegt hatte. Vom Flughafen ging es dann ganz individuell mit zwei weitern Gästen in einem Mercedes in unser wunderschönes Hotel an der Baia Grande (Algarve). Die Hotel-Anlage ist sehr schön und man bekommt auch nicht ein All Inclusive Bändchen oder so, alles ist noch ganz persönlich und man ist Gast mit seinem Namen. Das Hotel hat den Charme eines italienischen Hotels um die Jahrhundertwende wie bei Thomas Manns "Tod in Venedig" - natürlich aber an unsere Zeit angepasst.
Bis mein Zimmer - das Universum hat mir eine Suite mit Meerblick geschenkt - fertig war, habe ich in einem schaukelndem Sonnen-Liegestuhl - kannte ich bisher so noch nicht - die Zeit verbracht und etwas Schlaf nachgeholt. Das Schaukeln hat mich an ein Boot erinnert und da gleich daneben ein kleiner Wasserfall war, bin ich kurz eingenickt und wieder sehr erholt aufgewacht. Inzwischen ist auch meine Jeans an der Sonne getrocknet, die ich gestern zuhause gewaschen hatte.
Danach habe ich eine kleine Wanderung unternommen und habe von dem Licht und der Landschaft Gänsehaut bekommen. Zwischen diesen sandfarbenen Klippen und dem türkis-blauen Wasser möchte man eine Möwe sein und dieses Paradies von oben betrachten.
Ich hatte schon beim Anflug auf Faro das Gefühl, dass Portugal mein neues Lieblingsland werden könnte und allmählich keimt so etwas wie Gewissheit auf, denn hier scheint noch alles so unverdorben zu sein vom Tourismus. Nach der Türkei und Ibiza wird es hier garantiert noch eine Steigerung geben, obwohl ich das nie für möglich gehalten habe.
Morgen beginnt nun unsere Rundreise und ich freue mich auf die Eindrücke. 
ich umarme euch,
eure Maggie














DIE 10 GOLDENEN REGELN FÜR EINE PORTUGAL-RUNDREISE

Hallo Ihr Lieben, heute morgen sind wir in Evora, das zum Weinanbaugebiet Alentejo gehört aufgewacht und haben den Vormittag in dem Städ...